Angst vor Berührungen?

In der Welt der Digitalisierung scheint es so, als ob sich der Körperkontakt zwischen Menschen verringert hat. Man trifft sich seltener, weil der zwischenmenschliche Kontakt auch problemlos übers Netz aufrechterhalten wird und wenn man sich trifft, sollte man nicht aufdringlich sein oder das Gegenüber auf irgendeine Weise mit einer Berührung beleidigen. Vor allem jetzt, mit mehreren Monaten Social Distancing und der mitgeführten sozialen Isolierung, fühlt es sich seltsam an, auf Menschen zuzugehen, geschweige denn, sie zu berühren.


Wer braucht da noch Berührungen?

Wir alle!


Berührungen sind lebensnotwendig und ohne sie gehen wir ein. Mit grösster Wahrscheinlichkeit hast Du es bemerkt, dass irgendetwas fehlt. Die geliebten Menschen nicht zu sehen ist das einte, sie zudem nicht wohlwollend zu umarmen, zu küssen oder ihnen einfach nur nahe zu sein, das andere was unsere Lebensenergie senkt. Auch die Wissenschaft hat festgestellt, dass nicht nur Neugeborenen, sondern auch Tieren ohne Berührungen kaum lebensfähig sind.


Wenn wir einen Menschen berühren, stellen wir Kontakt her, wir kommunizieren und verbinden uns. Zudem wird auf physiologischer Ebene das Hormon und Neurotransmitter Oxytocin ausgeschüttet, wodurch sich ein wohliges Gefühl durch den ganzen Körper breitmacht. Das Hormon sorgt dafür, dass wir dem Gegenüber vertrauen und eine kraftspendende Beziehung entsteht. Wir steigern damit unser Sicherheitsgefühl und die Ängste minimieren sich. Ebenfalls minimiert Oxytocin die Ausschüttung vom Stresshormon Kortisol und wir entspannen uns.


Die Berührung ist das Fundament jeder Beziehung, der Beziehung zu anderen und zu sich selbst - Emmi Pikler

Das jedoch nur, wenn es sich um eine angenehme Berührung handelt. Sobald die Berührung unerwünscht ist, löst es Gefühle von Ekel, Scham oder Angst aus. Es wird als Grenzüberschreitung wahrgenommen und zählt dann zur körperlichen Gewalt.


Du fragst Dich jetzt vielleicht, ob Du Dich einfach selber berühren kannst um Oxytocin auszuschütten?


Es hat sich gezeigt, dass Fremdberührungen in Bezug auf die Ausschüttung von Oxytocin viel effektiver sind als Selbstberührungen. Trotzdem kannst Du mit Selbstberührungen Deinen wundervollen Körper entdecken, Deine Bedürfnisse feststellen und Dich besser kennenlernen, indem Du spürst, welche Berührungen Dir gefallen und welche nicht. Vielleicht wird Dir sogar, die einte oder andere Erfahrung bewusst, die noch in Deinem Körper abgespeichert ist und die Du noch auflösen darfst.


Probier’s einmal aus! Leg Dich an einen ruhigen und warmen Ort hin, spüre die Signale Deines Körpers. Nimm Dich wahr und spüre die Energien.


Frage Dich:


  • Wie geht es Dir wenn Du Dich berührst?

  • Welche Berührungen gefallen Dir, welche nicht und warum?

  • Wie fühlst Du Dich, wenn Dich jemand berührt, der Dir sympathisch ist?

  • Welche Fremdberührungen überschreiten Deine Grenzen?


Umso mehr Du Dich und andere Menschen angenehm berührst, desto geringer sind Deine Ängste vor Berürhungen. Beginne damit Dich zu berühren und versuche es dann Schritt für Schritt bei anderen Menschen. Je nach Beziehungsgrad ist es ein Hände schütteln, ein Schulterklopfen oder eine innige Umarmung.


Berühre sowie Spüre Dich und energetisiere Dein Leben!









Deine Kim