Der Schlüssel für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen

Eine Beziehung wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden - Kenneth Branagh

Was zwischenmenschliche Beziehungen sind


Eine soziale Beziehung kommt zustande, wenn zwei oder mehrere Menschen, ihr Denken, Handeln oder Fühlen gegenseitig aufeinander beziehen. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen können sowohl angenehm, als auch unangenehm, kurz- oder langandauernd, gesund oder auch gesundheitsschädigend sein. Wir sind soziale Wesen, weswegen gesunde soziale Beziehungen für den Erfolg in der Gemeinschaft elementar sind. Wir sind Herdentiere, die ohne Anschluss an die Gruppe nicht existieren können. Wir alle brauchen Menschen, weil Bindung für uns überleben bedeutet. Als Kleinkinder haben wir nur überlebt, wenn wir uns an die Wünsche unserer Bezugspersonen angepasst haben.



Warum gewisse Beziehungen belasted sind


Gewisse Beziehungen können sehr belastend sein und dabei die Lebensqualität in einem hohen Mass einschränken. Bei einer beeinträchtigten sozialen Beziehung im Erwachsenenalter, lässt sich in den meisten Fällen eine unangeneheme kindheitliche Prägung feststellen. Manche Menschen machen in ihrer Kindheit ungünstige Beziehungserfahrungen. Im damaligen Umfeld hat sich das Kind, um sich selber zu Schützen, gewisse Strategien angeeignet. Diese Strategien werden im Erwachsenenalter nicht mehr hinterfragt und wirken immer noch und dies meist unbewusst. Diese Menschen haben häufig schwierige zwischenmenschliche Beziehungen und erleben öfters Konflikte oder gehen diesen Konflikten aus dem Weg, wodurch sie unter Einsamkeit leiden.


Das Schattenkind und der Einfluss auf Beziehungen


Stefanie Stahl ist die Autorin vom Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" und nennt diese unangenehmen Kindheitserfahrungen - das Schattenkind. Das Schattenkind steht für die negativen Kindheitsprägungen, die oft unbewusst, die Ursache für jegliche Lebensherausforderungen darstellen. Sehen wir die Welt aus dem Schattenkind, wird unsere Wahrnehmung verzerrt, wodurch wir uns kleiner als die anderen betrachten und die Mitmenschen fehldeuten, idealisieren oder abwerten. Daraus entstehen oft die Schwierigkeiten in den aktuellen zwischenmenschlichen Beziehungen.


Nun wissen wir woher die Herausforderungen in Beziehungen kommen könnten, jedoch nicht, worauf wir achten müssen, um die Beziehungen zu verbessern.


Um in einer Gemeinschaft klarzukommen braucht man sowohl die Anpassungsfähigkeit als auch Abgrenzungsfähigkeit. Wenn wir uns anpassen können, schaffen wir Harmonie und Kooperation. Wenn wir uns abgrenzen können, setzen wir unsere Bedürfnisse durch und behaupten uns selbst. Es geht bei der Anpassung, um das Grundbedürfnis nach Bindung und bei der Abgrenzung, um das Grundbedürfnis nach Autonomie und Kontrolle.


Bindung = Anpassung

Autonomie = Abgrenzung


Beherrschen wir sowohl die Anpassungsfähigkeit, als auch die Abgrenzungsfähigkeit, steht uns für eine erfüllte Beziehung nichts mehr im Weg. Nur, ganz so einfach ist das wohl nicht, sonst hätten wir wohl alle problemlose Beziehungen.



Woher diese zwei Schlüsselfähigkeiten stammen


Die Kindheitserfahrungen mit Bindung und Autonomie beeinflussen lebenslang unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, unsere Vertrauensfähigkeit sowie unser Selbstwertgefühl. Angenommen, das Bedürfnis nach Bindung, Liebe und Geborgenheit wurde von den Eltern erfüllt, dann erwirbt das Kind Urvertrauen, Vertrauen in Beziehungen und ein Gefühl, dass es in der Welt willkommen ist. Wird das Bedürfnis nach Autonomie, Raum für eigenständige Entwicklung und Selbständigkeit befriedigt, dann entwickelt das Kind den Glauben, auf die Welt und Beziehungen Einfluss nehmen zu können.


Geringe Abgrenzungsfähigkeit


Menschen die sich überanpassen, stehen zu wenig für die eigenen Bedürfnisse ein und trauen sich alleine kaum etwas zu. Sie passen sich den Mitmenschen an, anstatt mitzugestalten. Sie haben oft Angst die Bindung zu verlieren, weil Bindung gleich Sicherheit bedeutet.


Geringe Anpassungsfähigkeit


Menschen, die sich enorm ab