Selbstkritik - Wie Du damit umgehst


Hätte ich mich anders verhalten sollen? War meine Reaktion korrekt? Warum habe ich mich genauso verhalten? Wie kann ich das anders machen?


Solche Fragen sind typisch für selbstkritische Menschen. Im Duden findet man unter dem Begriff "Selbstkritik" die kritische Betrachtung, Beurteilung des eigenen Denkens und Tuns, das zugleich das Eingestehen eigener Fehler bedeutet. Sich selbst gegenüber kritisch zu sein hat jedoch nicht nur Nachteile. Und, wenn es doch einmal zu kritisch in Deinem Kopf wird, findest Du in diesem Artikel drei Methoden, wie Du mit dem inneren Kritiker umgehen kannst.


Um selbstkritisch zu sein, braucht man die Fähigkeit sein eigenes Denken, Fühlen und Verhalten zu reflektieren. Kritische Menschen können Situationen hervorragend analysieren und daraus Schlüsse ziehen, um sich zukünftig anders zu verhalten. Sie sind sozusagen Meister der Veränderung. Das Wort "Kritik" wird häufig mit etwas Schlechtem assoziiert. Dabei ist das nicht immer so - denke nur einmal an die Kritik einer Speise im Restaurant. Die kann schliesslich angenehm ausfallen. Kritik an und für sich, bezieht sich nicht zwingend auf negative Aspekte, sondern kann eine positive Wirkung entfalten. Wenn Du selbstkritisch bist, weisst Du haargenau wie Du tickst und wie sich Deine Gedanken auf Deine Gefühlswelt sowie Dein Verhalten auswirkt.



Selbstkritik hat jedoch nicht nur Positives. Diese kritischen Gedanken beeinflussen Deine Gefühlswelt, diese wiederum Dein Verhalten und anhand Deiner Verhaltensweisen erschaffst Du Deine Wirklichkeit. Erst, wenn Du Deine Gedanken änderst, ändert sich Deine Innen- sowie Aussenwelt. Scharfe Kritik beeinträchtig das Ausleben Deines natürlichen Wesens. Du hältst Dich im Hintergrund auf, weil Du bewusst oder unbewusst denkst, dass alle anderen wichtiger sind als Du. Was Du willst oder was Du wirklich denkst, bleibt anderen, aber auch manchmal Dir selbst verborgen. Mit dem inneren Kritiker hältst Du Dich selber auf. Kaum hast Du eine geniale Idee im Kopf, wird die Idee von einer inneren Stimme weggeblasen. In dem Moment, in dem Du dieser inneren Stimme das Steuer aus der Hand nimmst, zeigst Du Dich als individuelle Persönlichkeit, als selbstgewisse Individualität mit der Fähigkeit zu kooperieren, ohne Dich dabei zu verlieren.


Was kannst Du tun, wenn der innere Kritiker verrück spielt?



Methode 1: Ablenkung


Wenn der innere Kritiker erst einmal loslegt, ist es manchmal eine riesige Herausforderung ihn abzustellen. Die innere kritische Stimme verursacht ein störendes Gedankenkarussell, weswegen Du kaum noch klare Gedanken fassen kannst. Wenn es so richtig schlimm zu und her geht, hilft nur noch Ablenkung. Dabei kannst Du alles tun, was Dich von diesen blockierenden Gedanken abbringt wie schwimmen, spazieren, fernsehen, lesen, Sport treiben, telefonieren, basteln, mit dem Haustier spielen, Musik hören oder zeichnen. Diese Massnahmen haben das Ziel Abstand zu generieren.


Methode 2: Dem inneren Kritiker Raum geben


Ablenkung geht natürlich nicht auf die Dauer. Du kannst den Kritiker zwar für ein paar Stunden unter den Teppich kehren, doch der Dreck bleibt da unten liegen, bis Du ihn wieder wegfegst. Deswegen ist die zweite Massnahme sinnvoll, mit der Du dem inneren Kritker Raum lässt, um ihm zuzuhören.


Stell Dir dazu die aktuelle Herausforderung vor, schliesse Deine Augen und achte auf die aufkommende kritische Stimme. Schreibe nun alle Aussagen die diese kritische Stimme äussert auf mehrere Post-It auf. Nutze dazu pro Satz einen Zettel.


Zum Beispiel:


Aussage:


"Du kannst das nicht!"

"Du bist zu dumm dafür!"

"Andere können das viel besser!"

"Bist Du Dir ganz sicher?"



Frage Dich danach bei jedem Satz den Du aufgeschrieben hast, was das Bedürfnis des Kritikers ist. Was wünscht sich der innere Kritiker für Dich? Schreibe die Antwort gleich zum passenden Satz hin.


Zum Beispiel:


Aussage + Bedürfnis:


"Du kannst das nicht!" - "Ich möchte Dich dazu motivieren, dass Du es mir erst recht zeigst, dass Du das kannst."